Geschichte

Unterricht im Geschichts-Kurs auf eA, 2024

Das Fach Geschichte möchte den Schüler:innen im Rahmen historischer Untersuchungen Einsichten darin vermitteln, die eigene Gegenwart nicht als etwas Unveränderliches, sondern vielmehr als aktuelle Momentaufnahme einer Entwicklung zu betrachten. Gültige Werte unserer Gesellschaft können historisch eingeordnet und kritisch untersucht werden. Der Regionalgeschichte kommt dabei eine besondere Rolle zu. Die Lernenden nehmen selbst an weiteren Entwicklungen teil, indem sie sich in aktuelle Problemdiskussionen einbringen und damit politisch arbeiten.

Als Hauptstrang der historischen Wissensvermittlung ist in der Sekundarstufe I der chronologische Abriss vor allem europäischer Geschichte zu nennen. In der Sekundarstufe II wird der Horizont auf globale Entwicklungen erweitert. Dieses Fachwissen stellt den Rahmen der nötigen Grundkenntnisse, ohne die man die Existenz der Bundesrepublik Deutschland und ihre kulturelle Ausprägung nicht verstehen und erklären kann. Es reicht von urgeschichtlichen Aspekten zu den grundlegenden Erkenntnissen der Griechen, behandelt die Römer und das sich ausbreitende Christentum, leuchtet deren Folgen auf das Mittelalter bis in die Neuzeit und die Zeitgeschichte aus und rekonstruiert mit Renaissance, Humanismus, Aufklärung, Liberalismus, Nationalismus und Globalisierung sowohl zurzeit negativ als auch positiv bewertete Entwicklungen.

Das Curriculum für das Fach Geschichte legt die Schwerpunkte auf

  • Klärung des Quellenbegriffs
  • Einordnung und Interpretation historischer Quellen
  • Deutung anderer, darstellender Textarten
  • Anwendung produktiver Verfahren, um somit historisches Wissen anzuwenden
  • Entwicklung eigener Hypothesen in der Auseinandersetzung mit geschichtlichen Ereignissen und Tendenzen und
  • Beurteilung und Bewertung historischer Begebenheiten

Außerunterrichtliche Angebote

Die unterrichtenden Kolleg:innen unternehmen im 6. Jahrgang einen Ausflug nach Bremen, um den Lernenden regionale Bezüge zum Mittelalter in Form einer mittelalterlichen Stadtführung anschaulich zu machen. 

Der 10. Jahrgang fährt regelmäßig zur KZ-Gedenkstätte Neuengamme, um dort in einem umfangreichen Projekt inhaltlich angeleitet, Themenbereiche wie die Geschichte des Ortes als Konzentrationslager und als Gedenkstätte unter besonderer Berücksichtigung der Schicksale der Häftlinge zu erarbeiten.

In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 organisierten SA-Truppen und Angehörige der SS gewalttätige Übergriffe auf die jüdische Bevölkerung im Deutschen Reich. Nur ein grausamer Zwischenstopp des NS-Regimes zur systematischen Vernichtung jüdischen Lebens, wie wir heute wissen.

Auch in Bruchhausen-Vilsen wurden Menschen jüdischen Glaubens schon zum Teil bereits vor der Machtübernahme der Nationalsozialisten schikaniert, misshandelt, vertrieben, enteignet, zur Flucht gezwungen oder deportiert. Hier kannst du mehr darüber erfahren: https://stolpersteine-brv.org/die-verlegestellen/

Anlässlich des bevorstehenden Gedenktages am 9.11. und als Zeichen gegen heutigen Antisemitismus haben die SchülerInnen der 10g2 am 5.11.2025 im Rahmen des Geschichtsunterrichts die zum Ge- und Nachdenken verlegten Stolpersteine des Künstler Gunter Demnig im Ort gesäubert. Während der Reinigung der Steine wurden die Eckdaten der Biografien der Opfer verlesen und ihrer gedacht.

Am 18.02.2026 haben wir, die Klasse 11g1, das Kreismuseum Syke besucht, um uns die Ausstellung „Mariechen. Verfolgung, Verrat und Vernichtung einer Jugendlichen“ anzusehen.

Nach sehr freundlicher Begrüßung von Reinhild und Heinrich wurden wir in das Thema eingeleitet.

Die Führung gab uns umfassende, sehr wichtige Einblicke in das Leben von Mariechen und brachte uns die Auswirkungen der Verfolgungen deutlich näher. Nach eigenem Interesse hatten wir die Möglichkeit, uns selbst etwas durchzulesen. 

Darauf haben wir in Gruppen an zwei verschiedenen Workshops zum Thema Diskriminierung in Sprache und Fotografie teilgenommen.

Wir haben Fragen zu den Themen beantwortet, gemeinsam kleine Aufgaben bearbeitet und im Anschluss alles gemeinsam reflektiert und besprochen.

Insgesamt war der Tag sehr interessant sowie mitziehend und wir haben viel Neues über die Vergangenheit der Sinti und Roma gelernt.

Die angesprochene Thematik von Diskriminierung ist heute genau so wichtig wie auch damals. Die Ausstellung zeigt, dass wir alle auf unsere Handlungen achten sollten und stets mit Offenheit in die Zukunft schauen sollten. Diese Realisation wurde dank dem Besuch gestärkt.

Verfasser:innen: Pearl und Hilda, 11g1

Fotos: J. Winkelmann

 

Malte erklärt in der Präsentation für seine Gruppe die Rolle von Fotografien bei der Diskriminierung von Sinti und Roma im NS
 
Eine Teilgruppe bei konzentrierter Textarbeit

 

"Geschichte wiederholt sich nicht, aber sie wiederholt ihre Lehren."
- Richard von Weizsäcker